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Phosphorrecycling

Phosphorrecycling wird Pflicht -

neue Projekte setzen Maßstäbe

Phosphor rückt in der Abwasserwirtschaft immer stärker in den Fokus: Als endlicher Rohstoff und essenzieller Nährstoff verpflichtet die deutsche Klärschlammverordnung Betreiber größerer Kläranlagen ab 2029 zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm, kleinere Anlagen folgen bis 2032. Parallel dazu entstehen neue großtechnische Anlagen, die zeigen, wohin die Reise beim Phosphorrecycling geht. Auf der Kläranlage Bottrop etwa ist seit 2025 eine Demonstrationsanlage in Betrieb, die jährlich rund 1.000 Tonnen Klärschlammasche behandelt und eine Phosphorrückgewinnungsrate von mindestens 80 Prozent erreichen soll.

Ein weiteres Beispiel ist eine geplante Anlage in Schkopau, die ab 2027 etwa 30.000 Tonnen Klärschlammasche pro Jahr verarbeiten und über 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurückgewinnen soll. Die Europäische Kommission hat zudem 2025 extrahiertes Calciumphosphat aus Klärschlammaschen – etwa Produkte aus Pilotverfahren – für den Einsatz in der ökologischen Landwirtschaft positiv gelistet. Damit wird deutlich: Aus Klärschlamm wird zunehmend ein strategischer Rohstoffträger, dessen Phosphor in Form hochwertiger Recyclingdünger wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden soll.

Für Betreiber von Kläranlagen bedeutet diese Entwicklung, dass die Weichen jetzt gestellt werden müssen – sowohl technisch als auch organisatorisch. Neben der Frage, ob eigene Rückgewinnungslösungen oder regionale Ascheverwertungskonzepte sinnvoll sind, spielen auch vorgelagerte Prozessschritte wie weitergehende Phosphatelimination, Schlammeindickung und ‑entwässerung eine zentrale Rolle für Qualität und Menge der später verwerteten Klärschlammasche. Wer frühzeitig Studien, Pilotierungen und Kooperationsprojekte startet, verschafft sich Vorteile bei Genehmigungen, Fördermitteln und der künftigen Vermarktung von Recyclingphosphaten.