Die weitergehende Phosphatelimination gewinnt durch strengere Vorgaben aus Wasserrahmenrichtlinie und KARL deutlich an Bedeutung. Kläranlagen müssen Phosphor-Ablaufwerte bis hinunter zu 0,5 mg/l P ges bzw. 0,2 mg/l PO₄‑P sicher einhalten, häufig ohne große bauliche Erweiterungen und mit vertretbaren Betriebskosten.
Das C‑N‑P‑Verfahren bietet hier einen Ansatz, der primär die biologische Stufe optimiert und dadurch eine verbesserte Phosphorelimination als „Nebeneffekt“ erzielt. Im Kern wird die Atmungsaktivität der Bakterien so beeinflusst, dass Sauerstoffbedarf und Schlammproduktion sinken, während Reinigungsleistung und Prozessstabilität steigen.
Prinzip: Biologie stärken, Chemie reduzieren
Klassische Phosphorelimination erfolgt meist über Fällmittel auf Basis von Eisen- oder Aluminiumsalzen. Dies senkt zwar die P‑Ablaufwerte, erhöht jedoch den Chemikalieneinsatz, den Schlammanfall und damit die Entsorgungskosten.
Beim C‑N‑P‑Verfahren wird Phosphor durch eine Kombination aus verbesserter biologischer P‑Bindung und gezielter Nutzung von Hilfsmitteln mit großmolekularen Aluminiumverbindungen eliminiert. Dadurch kann der Metallbedarf deutlich reduziert werden; typische ß‑Werte (Verhältnis Metall zu eliminiertem P) liegen im Bereich von etwa 0,5 bis 0,8.
Die biogene Phosphorbindung in der Biomasse bleibt besser erhalten, da weniger Autolyse auftritt und die Flockenstruktur stabiler wird. Gleichzeitig verbessert sich das Absetzverhalten; Feinflocken werden stärker in den Belebtschlamm inkorporiert und weniger in den Ablauf ausgeschwemmt.
Gelöster und partikulärer Phosphor
Für niedrige Gesamt-P‑Werte müssen sowohl gelöster (orthophosphat) als auch partikulärer Phosphor sicher erfasst werden.
Gelöster P wird im C‑N‑P‑Verfahren durch verbesserte biologische Aufnahme und gezielte Bindung an Großmoleküle reduziert.
Partikulärer P sinkt, weil das C‑N‑P‑Verfahren zu kompakteren, besser absetzbaren Flocken und weniger Flockenabtrieb führt.
In der Praxis wird dies oft durch eine intelligente 2‑Punkt‑Dosierung spezieller Produkte wie ENTEC ZADIAL unterstützt, die Flockenbildung und Phosphorbindung gleichzeitig verbessern. Dabei kann die Dosierung u. a. nach PO₄‑P‑Konzentration und Hydraulik geregelt werden, um auch bei Stoßbelastungen stabile P‑Ablaufwerte zu sichern.
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